Grünes Napfsülzen

Grünes Napfsülzen

Den Grünen ist nun wirklich nichts zu dämlich, um nicht doch noch geäußert zu werden. Dieses Mal ist es nicht mein Freund Schmelich, der sich zum Obst macht, sondern der Dresdner Blogger “Janosch”, der mit diesem Blogeintrag

http://umgebungsgedanken.momocat.de/2009/11/26/kurz-rant-zur-dresdner-fdp/

beweist, dass man auch als noch so schlichtes Gemüt bei den Grünen etwas werden kann.

Wie er dazu kommt, wir ließen unsere Wahlplakate „von der Wirtschaft bezahlen“ ist ebenso unergründlich wie seine Behauptung, wir wollten Pfunds Molkerei abreissen lassen. Letztere würde nun wirklich eher zu den Grünen passen, die auch schon mal den Semperopernball verbieten möchten, und denen ein kommerzieller Betrieb wie Pfunds inmitten ihres heimeligen Biotops sicher ein Dorn im Auge ist.

In einer Partei, die lauthals fordert, das Hanf freizugeben, kann es schon mal zur einen oder anderen Wahnvorstellung kommen.

Dass “Janosch”, der immerhin als Vertreter der Dresdner Politik wahrgenommen wird, Investoren, ohne die es in Dresden heute nicht so aussehen würde, wie es aussieht, pauschal als „Immobilienhaie“ beschimpft, ist zwar ärgerlich, aber die Investoren wird das sicher so sehr bewegen, wie der berühmte Sack Reis in China. Zumal es sich dabei überwiegend um institutionelle Anleger handelt, also Gesellschaften, in denen die Altersvorsorge vieler Tausender „Normalverbraucher“ liegt, die nicht mit so üppigen Pensionsansprüchen ausgestattet sind. Für “Janosch” in seiner kleinen, ideologisch verbretterten Welt sind das natürlich gleich alles “schwerreiche Finanzfritzen” – soviel Naivität ist schon fast wieder niedlich.

Wie erklärt man aber nun die Zusammenhänge unseres Anliegens jemandem, der den Bau einer Immobilie für sinnvoll erachtet, die sich über „50 – 100 Jahre“ refinanziert, also einem Zeitraum, nach dem es diese Immobilie entweder nicht mehr gibt oder aber ein Vielfaches ihres Kaufpreises an Modernisierungs- und Instandhaltungskosten in sie geflossen ist? Das wird schwierig, aber ich versuche es mal:

Dank der Überkapazitäten und der fehlenden Nachfrage kann man in Dresden inzwischen in nahezu jeder Lage Büroflächen für € 5,00 pro Quadratmieter anmieten. Berücksichtigt man nun, dass derzeit als Kaufpreis etwa das Zehnfache einer Jahresmiete erzielt wird, kommen wir auf € 600,00 pro Quadratmeter. Dafür kann man beim besten Willen nicht neu bauen. Schon gar nicht auf einem der letzten verbleibenden Filetgrundstücke im Dresdner Zentrum.

Es ist also deutlich wirtschaftlicher, eine leerstehende Bestandsimmobilie in weniger prominenter Lage anzumieten oder auch zu kaufen.

Lieber “Janosch”, dass Sie die Dresdner FDP nicht verstehen, glaube ich gerne. Nach Lektüre Ihres Beitrags befürchte ich allerdings, dass das Verständnis schon bei weit banaleren Themen aussetzt. Äußern Sie sich doch lieber zu Dingen, die eher in Ihrem Radius liegen, wie Hufeisennasen, Mopsfledermäusen, Tasmanischen Tanztrappen oder Grünen Gengurken.

In diesem Sinne, Ihr Johannes Lohmeyer

1 Kommentar zu „Grünes Napfsülzen“

Kommentieren