Nachlese zum 13. Februar
Nachlese zum 13. Februar
Mit dem 13. Februar können wir Dresdner mehr als zufrieden sein. Er war in allen Bereichen ein Erfolg für unsere Stadt.
Da sei zunächst die Menschenkette genannt, zu der sich alle demokratischen Kräfte der Stadt gemeinsam bekannt haben (was nach den Querelen der letzten Jahre schon ein Erfolg für sich ist). Es war absolut beeindruckend, dass sich 15.000 Dresdner im Zeichen der weißen Rose versammelt und ein unmissverständliches Zeichen gesetzt haben. Damit ist auch das Vorurteil widerlegt, dass Nazis ungestört durch Dresden marschieren können und dies niemanden interessiert – es hat bislang nur an der passenden Form des Protests gemangelt. Oberbürgermeisterin Helma Orosz hat sie offenbar gefunden – dafür an dieser Stelle einen herzlicher Dank!
Auch das linke Blockadebündnis „Dresden Nazifrei“ hat mit der Verhinderung des Naziaufmarschs einen Erfolg erzielt, zu dem man den Initiatoren nur gratulieren kann. Aufgrund der Teilnehmerstruktur dieses Bündnisses verbietet es sich zwar auch in Zukunft für eher „bürgerlich-demokratisch“ denkende Menschen, sich aktiv daran zu beteiligen, aber das soll den Erfolg dieser Aktion nicht mindern. Vielleicht finden wir auch dort künftig einen gemeinsamen Nenner.
Schlussendlich darf man als Erfolg verbuchen, dass dieser Tag weitgehend gewaltfrei abgelaufen ist. Es gab ein paar demolierte Autos, ein paar angezündete Mülltonnen, aber das hätte schlimmer kommen können. Das ist vor allem ein Verdienst der sehr intelligent, defensiv und bedacht vorgehenden Polizei. Dass sich die Initiatoren des linken Bündnisses noch während der Veranstaltung davon ausdrücklich distanziert haben, ist ein Novum und hat sicher dazu beigetragen, dass wir im Nachgang eine äußerst ruhige Nacht in Dresden verbringen konnten. Respekt!
Schade ist, dass sich einige Vertreter des Bündnisses „Dresden Nazifrei“ gleich zu den Siegern des Antifaschismus-Wettbewerbs erklärt haben, was seinen traurigen Höhepunkt im Auftritt des grünen Bundeseichhörnchens auf Extasy (Harald Schmidt) Claudia Roth fand: Sie diffarmierte die Menschenkette als „rein symbolische und somit wirkungslose Show“. Liebe Grüne, darauf können wir in Dresden verzichten – vielleicht findet Ihr das nächste Mal eine Festrednerin, deren IQ etwas über dem einer Haarnadel angesiedelt ist.
Selbst wenn die Nazis hätten marschieren können, wäre eine Menschenkette von 15.000 Dresdnern ein Erfolg gewesen. Dass sie es nicht konnten, verstärkt diesen Erfolg – aber ersetzt ihn nicht.
Edit: Soeben habe ich erfahren, dass das Zitat nicht von Claudia Roth, sondern von Lena Roth vom Bündnis “Dresden Nazifrei” stammt. Es wird dadurch zwar nicht besser, trotzdem sorry für diesen Fehler.
Typisch Schwarz/Gelb, große Show und nix dahinter. “Dresden-Nazifrei” ist wohl nicht “bürgerlich-demokratisch”? In Ihren Augen bestimmt nur Abschaum. Das lässt ja wieder tief auf ihre “spätrömische Dekadenz” blicken. Uberprüfen Sie auch erstmal die Fakten, bevor Sie wieder loskrakeelen.
Für mich ist es in der Tat alles andere als “bürgerlich”, mit den Fans des Massenmörders Stalin gemeinsame Sache zu machen – und schon gar nicht demokratisch…Ihnen auch einen schönen Sonntag
.
Lieber Herr Lohmeyer,
in der Tat hatten sich unter die Blockade am Albertplatz einige dieser kruden Figuren gemischt, die mit stolz mit der Sowjetfahne durch die Gegend gelaufen sind und Stalin gut fanden. Es haben sich daraufhin mehrere Menschen zu ihnen hinbewegt und versucht, mit ihnen zu diskutieren – was natürlich völlig sinnlos war. Was soll ein “bürgerlicher” Demonstrant denn dann bitte tun? Ich bin mir nicht sicher, ob ich in Ihrem Sinne “bürgerlich” bin, aber mich nervt es unheimlich, in der Nähe solcher Fahnen stehen zu müssen. Aber was soll ich denn bitte tun? Sie den Leute aus der Hand reißen. Oder mich im Vorfeld unentwegt öffentlich davon distanzieren, so dass der Protest gegen Nazis (die ja nun eindeutig der Gegner waren gestern, niemand anders) noch weiter zersplittert wird? Und damit die MLPD (die nun wirklich keine reale Bedrohung für das bestehende System ist) noch aufwerten? Das finde ich nicht sinnvoll.
Zweite Anekdote: Ein ganz eigenartiger “Rapper”, der das Publikum zum Mitmachen animieren wollte, stellte sich gegen 16:30 Uhr ans Mikro am Albertplatz und “rappte” irgendwelchen Wust von “gewaltbereit”, “hängenden Polizisten” und “Blutspitzern” ins Mikro. Er wurde sofort gnadenlos ausgebuht und von der Bühne gepfiffen.
Wie gesagt: Ich stelle mich wirklich ungern mit solchen Figuren auf die Straße. Ich habe auch keine richtige Lösung, wie ich verhindern kann, dass die kommen. Ich finde es aber wirklich nicht in Ordnung, dass Sie alle Menschen, die an dieser friedlichen Blockade teilgenommen haben, so hinstellen, als wären sie nicht “bürgerlich-demokratisch”. Ich verstehe zwar – glaube ich – was sie damit sagen wollen. Aber das ist nicht okay.
Du tust ja gerade so, als ob man nicht gemeinsam gegen Nazis auf der Straße stehen dürfte! Man hat zwar das gleiche Ziel, aber da man sich sonst nicht mag, geht man nicht zusammen auf die Straße??? Vielleicht ist es gerade diese Einstellung, die eine bisherige gemeinsame Lösung verhindert hat?
Lieber Herr Wittig, lieber Olaf,
selbstverständlich kann man es kaum verhindern, dass am Ort des Geschehens irgendwelche Leute auftauchen, die ein reichlich anderes Demokratieverständnis haben. Auch bei der Menschenkette hätte man selbst kaum verhindern können,
dass sich dort der eine oder andere Nazi einreiht. Aber zwischen etwas nicht verhindern können und etwas von vornherein billigend in Kauf zu nehmen, ist schon ein Unterschied. Die MLPD ist ja selbst bei der vom damaligen OB initiierten Gruppe
“Dresden für Demokratie” mit dabei, der u.a. auch CDU und FDP angehören (daran arbeiten wir gerade). Ob die MLPD eine reale Bedrohung ist, spielt überhaupt keine Rolle – sie wird auch nicht dadurch aufgewertet, dass man sich von ihr distanziert,
sondern dass man es als Demokrat nicht tut.
Ja Olaf, diese Einstellung verhinderte bislang ein gemeinsames Vorgehen und wird dies auch künftig tun. Der Zweck heiligt nämlich nicht alle Mittel.
Ich habe mir mal den “Spaß” gemacht am Samstagabend in meinem Wohngebiet, dem Hechtviertel die Augen weit offen zu halten.
Undemokraten blockieren rechtswidrig eine Demonstration von anderen Undemokraten, beide Lager lehnen offensichtlich die FDGO komplett ab.
Das Zitat scheint abgedroschen, ich bringe es aber trotzdem:
“Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus.“ Ignazio Silone
Was haben brennende Müllcontainer um ca. 16 Uhr auf der Eberswalder Straße mit blockieren zu tun, weitab vom geschehen?
Oder ein zerdroschenes und auf die Seite gekipptes Auto auf der Fritz Reuter Straße direkt vor dem Hotel? Übrigens hat das Hotel eine Videoüberwachung und wenn die Kamera einen guten Winkel hatte…..
Oder brennender Müll mit Eigentum der Kneipe an der Ecke Leonhardstraße/Fichtenstraße dekoriert?
Nichts, gar nichts, das sind alles verblendete Wohlstandskinder gewesen, viele noch nicht einmal vermummt, meine Bilder gehen direkt morgen an die Ermittlungsbehörden.
Eines dieser Kinder wollte mir die Kamera entreissen, dem brummt nach einer ordentlichen Handballerohrfeige hoffentlich immer noch der Kopf.
Seine 4 Kameraden schauten nur zu und zogen mit ihm dann unter wüsten Drohungen und Nazirufen ab, nicht nur dämlich, auch noch feige also.
Ich weiß das es nicht geht, aber warum “vergisst” die Polizei nicht einfach mal eine Sperre zwischen den beiden Lagern der Autonamen nationalen Sozialisten und den Autonomen der internationalen Sozialisten und zieht stattdessen einen größeren Ring um z.B. einen Park oder so……
Dann können sich die Erben Mao`s/Stalin`s/Pol Pot`s und die Erben der Nationalsozialisten mal gegenseitig ihre Argumente erklären, fein wäre es.
Herr Richter
Na, Herr Richter, da wünsche ich Ihnen nächstes Mal weniger Glück und ein paar kräftige “Handballerohrfeigen” retour.
Nun zu Ihnen, “Lohmy”: Was haben denn jahrelanges “Signale” senden und “unmissverständliche Zeichen” setzen in Dresden gebracht? Ist davon ein Nazi-Aufmarsch gestoppt, behindert oder auch nur ein ganz bisschen beeindruckt gewesen? Nein. Ich als Dresdner bin den Tausenden, die am Wochenende mitgeholfen haben, den Aufmarsch zu blockieren wirklich dankbar und bin empört über die von Ihnen in höchsten Tönen gelobte Polizei. Mit vielen anderen Leuten aus der Menschenkette wollte ich nämlich über die Carola-Brücke in die Neustadt, um micht dort den Blockaden anzuschließen – allein, die Beamten ließen die eben noch von der Bürgermeisterin für ihr Engagement gelobten Bürger nicht durch. Auf der Altstadtseite war ich guter Dresdner, wenn ich über die Brücke will verwandele ich mich in einen Extremisten, oder wie? Ich weiß, Sie sind daran nicht Schuld, aber der Käse, den Sie hier schreiben riecht genauso schlecht, wie der, den Frau Orosz zu absondert.
Hallo Herr Schreiber, Ihre Meinung in Ehren – dass Sie andere Meinungen als “Käse” abtun, deutet auf ein arg gestörtes Verhältnis zu Meinungsvielfalt hin. Ein wenig mehr Toleranz und dafür weniger überheblichen Habitus, weil man sich ja im Besitz der alleinigen Wahrheit wähnt, könnte sicher nicht schaden. Dann klappts vielleicht auch mit der Elbüberquerung – zumindest ich hatte damit keine Probleme
Und falls Sie es noch nicht verstanden haben: Einen Nazi-Aufmarsch zu verhindern löst nicht eines der Probleme – zumal man dafür Teilnehmer aus ganz Deutschland ankarren musste. Dass sich aber weit über 10.000 überwiegend aus Dresden stammende Menschen deutlich zu dieser Stadt bekannt haben, wäre auch mit marschierenden Nazis ein Erfolg, den Sie allerdings aufgrund Ihrer intoleranten Geisteshaltung offenbar nicht verstehen können (oder wollen?).
Hallo Herr Schreiber,
sehr gern und jederzeit, wenigstens einer der sich vielleicht ja traut.
Herr Lohmeyer, von der FDP habe ich im allgemeinen, besonders durch die unsachlich geführte Diskussion um ProNrw und ProKöln durch den Innenminister Ingo Wolf.
Dazu kommt noch das FDP Mitglied Aiman Mazyek, der Generalsekretär Zentralrats der Muslime in Deutschland.
Seine Tiraden, Zitate, ständige Forderungen nach Sonderbehandlungen und peinlichen TV Auftritte u.a. vor kurzem bei “Hart aber Fair” werfen kein gutes Licht auf die FDP. mit liberalen Demokraten hat das teilweise nichts mehr zu tun.
Trotzdem habe ich die FDP und auch speziell Sie gewählt, allerdings nur in Ermangelung einer ernstzunehmenden rechtsdemokratischen Alternative.
Die CDU ist mittlerweile eine 2 SPD, die Originalsozen und die dunkelroten zu wählen verbietet sich von selber, genau wie die Verfassungsschutzpartei(NPD).
Machen sie weiter so, israelfreundlich, demokratisch und wie ich aus einigen ihrer Beiträge herauslesen konnte, Islamkritisch, die FDp hat dahingehend noch die rosarote Brille auf und Nachholebedarf.
Richter
Hallo Herr Richter,
als “Rechtsdemokrat” mag man es derzeit in der Tat schwer haben – es sei denn, man lebt in Bayern und kann die CSU wählen – ob die FDP als liberale Partei da eine Alternative ist, wage ich zu bezweifeln.
Das ich sehr enge Bindungen nach Israel unterhalte, gebe ich gerne zu. Als Halbägypter habe ich aber auch enge Bindungen zu vielen Muslimen und bin durchaus nicht “islamkritisch”. Vielmehr sehe ich die sehr blauäugige Haltung vieler Landsleute kritisch, die die gravierenden Unterschiede zwischen unserer säkularen Gesellschaft und dem davon weit abweichenden Wertebild leugen, das heute in der islamischen Welt oft vorherrscht. Nur wenn man Trennendes erkennt und offen ausspricht, kann man es auch überwinden. Auch muss man zwischen der Religion und der Ideologie, die daraus gemacht wird, unterscheiden.
Ich habe Ayman Mazyek bei seiner sehr klugen und ausgewogenen Rede anläßlich der Trauerfeier für Marwa El-Sherbini erlebt und anschließend ein langes Gespräch mit ihm geführt – Ihre Einschätzung kann ich absolut nicht teilen. Und ich halte es für sehr positiv, dass ein Liberaler die deutschen Muslime vertritt.
Zu Pro Köln und Pro NRW: In Deutschland leben über 3 Millionen Muslime. Da unsere Gesellschaft schrumpft und wir auf Zuzug angewiesen sind, wird sich diese Zahl durchaus noch erhöhen. Wer dauerhaft bei uns bleiben will, hat die Pflicht, sich zu integrieren – und wir haben die Pflicht, ihm dies zu ermöglichen. Dazu gehört auch das selbstverständliche Recht, hier Moscheen bauen zu dürfen. Eine Organisation, die dagegen polemisiert, dabei teilweise an die niedrigsten Instinkte appelliert und sehr enge Bindungen in die Neonazi-Szene unterhält, wird völlig zu Recht von meinem Parteifreund Ingo Wolf kritisiert. Liberalismus bedeutet Toleranz – aber nicht Toleranz gegenüber den Intoleranten.
Beste Grüße
Johannes Lohmeyer
P.S. Dass es auf Seiten der Blockierer zu Ausschreitungen kam, ist völlig daneben, und ich hoffe, dass diese nicht wie 2009 wieder von verantwortlichen linken Politikern abgestritten oder verharmlost werden. Da Sie aber offenbar die Gegendemonstranten mit den Nazis in einen Topf werfen, hier ein sehr treffender Ausschnitt aus einem Kommentar der Frankfurter Rundschau: “Das Bild trüben Krawallmacher, die Bankfilialen stürmten und Polizisten angriffen. Aber selbst wenn es einige Hundert Wirrköpfe waren, die sich unter die Gegendemonstranten mischten: Auf der Gegenseite, bei den Geschichtsklitterern, standen nur Wirrköpfe.”
Hallo Herr Lohmeyer,
Ihr letzter Kommentar klingt recht vernünftig! Und insofern bin ich Herrn Richter sehr dankbar. Nachdem Sie alle bisherige Kritik an Ihren Formulierungen zum Islam als linke Wahrnehmungsstörung disqualifiziert haben, ist Ihnen durch Herrn Richter vielleicht klar geworden, bei welcher Klientel Sie damit (ungewollt) Zustimmung geerntet haben.
Ich finde es übrigens um einiges ehrenwerter, mit einigen “linken Wirrköpfen”, von denen man sich inhaltlich klar abgrenzt, gemeinsam friedlich für eine gute Sache zu demonstrieren, als von rechtslastigen Wirrköpfen explizit Zustimmung zu meinen Aussagen über religiöse Minderheiten unserer Gesellschaft zu bekommen.
Ein paar Anmerkungen noch zu Ihrem Beitrag:
1. Nennen Sie mir doch mal prominente Beispiele für blauäugige Leugner des abweichenden Wertebilds, das in der islamischen Welt oft vorherrscht?
2. Trennendes erkennen und aussprechen ist ja in Ordnung. Aber als Vater und Führungskraft setze ich eher auf positive Motivation: Gemeinsamkeiten finden und stärken!
3. “Manche meinen, sie seien liberal geworden, nur weil sie die Richtung ihrer Intoleranz geändert haben.” (Wieslaw Brudzinski)